38. Superkombi Enzklösterle
Fotos von Bob van Ooik
Tag 1
Pünktlich um 13 Uhr begrüßte Wilfried Scheible die Teilnehmer und Ehrengäste zur traditionellen Superkombi Enzklösterle. Zur Freude des TBW befanden sich auch renommierte Persönlichkeiten des DTV im Saal. Vizepräsidentin Gaby Michel-Schuck, Lehrwartin Petra Dres sowie die Ehrenmitglieder Heidi Estler und Michael Eichert ehrten den TBW mit ihrer Anwesenheit.
Latein - Emi Karakatsanis
Nachdem die Bürgermeisterin Sabine Zenker auch noch ein paar freundliche Worte an die Anwesenden gerichtet hatte, stellte Bernd Roßnagel zur ersten Latein-Einheit den Referenten Emanuil Karakatsanis vor.
Mit Unterstützung von Julius Spindler und Sophia Lemcke, ein junges Paar aus der C-Klasse, vermittelte Emi seine Ideen zum diesjährigen Thema „Personality is the key“. Dies ist ein Thema, das in den unteren Klassen nicht einfach umzusetzen ist. Der Fokus wurde daher auf das Partnering und die Präsentation nach außen gelegt. Außerdem macht der Einsatz einer exakten und abwechslungsreichen Rhythmik das Tanzen interessanter und fesselnder.
Sehr anschaulich wurde anhand eines unvorbereiteten Stückes im ChaChaCha demonstriert, wie durch kleine Veränderungen, wie z.B. Veränderung der Blickrichtung, die Wirkung eines Paares verbessert werden kann. Sehr interessant war zu beobachten, welche Wirkung es hatte, als Julius und Sophia Masken aufsetzten, die jegliche Mimik verdeckten. Die Masken nahmen den größten Teil der „Personality“ weg. Dadurch war eindeutig zu sehen, dass auch in den unteren Klassen die Persönlichkeit das Tanzen verändern bzw. verbessern kann.
Standard - Julia Niemann
Die zweite Einheit war dem Standardtanzen gewidmet. Julia Niemann gab als Einstieg Denkanstöße mit Legenden des Standardtanzens. Wieso waren namhafte Paare erfolgreich und bleiben bis heute im Gedächtnis?
Diese Paare hatten Vertrauen in sich selbst, ließen ihre innere Stimme sprechen und waren keine Kopien anderer. Persönlichkeit braucht Mut. Auch den Mut, Gefühle in einem visuellen Ausdruck zu zeigen.
Trainer und Trainerinnen sollten persönliche Stärken der Paare erkennen, fördern und entsprechend einsetzen. Die Paare sollten sich mit sich selbst auseinandersetzen, technisch wie auch geistig, ausprobieren, auch mal aus der Komfortzone herauskommen. Mit Hilfe zweier sehr unterschiedlicher Paare machte sie sichtbar, wie persönliche Stärken eingesetzt werden können. Tristan Ringwald und Lena Hetzel, ein großes, elegantes Paar, wurden durch elegante Bewegungen und raumgreifende Schritte in Szene gesetzt. Hryhorii Yevlash und Megan Pietsch, ein relativ kleines, sportliches Paar glänzte dafür durch Geschwindigkeitswechsel und Dynamik.
Am Ende gab uns Julia noch zwei Sätze mit auf den Weg:
Technik ist Mittel zum Zweck – nicht der Zweck! Mit der richtigen Technik ist mehr Individualität möglich. Und
„Technik gibt Dir Werkzeuge an die Hand. Individualität gibt Dir eine Stimme. Die Stimme ist das, woran sich die Menschen erinnern.“ (Ina Jeliazkova)
Standard - Joachim Krause
Joachim Krause konzentrierte sich auf 4 Grundstimmungen und die Spiegelung derer im Gesicht.
- das neutrale Gesicht
- das freundliche Gesicht
- das traurige, frustrierte, enttäuschte Gesicht
- das böse Gesicht
Diese Grundstimmungen können übungsweise genutzt werden, um Gefühle während des Tanzens nach außen zu transportieren. Anfangs künstlich erzeugt, wird allmählich eine natürliche Spiegelung der eigenen Gefühle erreicht.
Das Demopaar Felix Türk und Konstanze Neitzel zeigten diese unterschiedlichen Gesichtsausdrücke perfekt auf Kommando während eines Langsamen Walzers.
Letztendlich kommt es darauf an, was ein Paar möchte; immer freundlich rüberkommen, oder individuelle, persönliche und abwechslungsreiche Gefühle transportieren.
Durch diese schauspielerischen Übungen kann das Bewusstsein für Persönlichkeit bereits früh geschult werden.
Latein - Sergiu Luca
Die zweite Latein-Lecture des Tages hatte Jive als Thema. Sergiu Luca begann gleich mit einem einprägsamen Satz:
„Solange der Rhythmus nicht in den Füßen und im Körper ist, solange ist es kein Jive.“
Somit war klar – es geht um die Musikalität im Jive.
Tymofii Denysenko und Nicole Selenin zeigten deutlich, wie Veränderungen im Bewegungsablauf die Rhythmik beeinflussen. Der korrekte Einsatz der Knie lässt den Jive musikalisch und zum richtigen Zeitpunkt betont aussehen.
“Egal welche Figur getanzt wird, es ist immer möglich, diese Jive-typisch aussehen zu lassen, indem der Grundrhythmus in Fuß und Körper erkennbar ist.”
Ehrungen
Nach der Kaffeepause gab es zwei besondere Ehrungen. Der TC Rot-Weiss Schwäbisch Gmünd erhielt einen Pokal für die Abnahme der meisten DTSA-Abnahmen und Gaby Michel-Schuck ehrte Maritta Böhme für Ihr außergewöhnliches Engagement für den Breitensport mit der Silbernen Ehrennadel des DTV.
Standard - Dagmar Beck
Dass das Entwickeln und Zeigen von Persönlichkeit eine echte Herausforderung darstellt, machte Dagmar Beck in Ihrer Einheit deutlich. Gleich zu Beginn nannte sie eine Fülle von Stichworten, die dafür erforderlich sind:
Präsent, raumfüllend, mutig, stark, authentisch sein, Lebensfreude und Begeisterung zeigen, offen sein für Neues, einen festen Blick haben, fokussiert sein, dazu noch wissen, was ich kann und wer ich bin.
Viele Anforderungen, die nur nach und nach erworben werden können. Dagmar Beck begann mit der Länge im Körper und dem Körpersinn, um Eleganz und Leichtigkeit darstellen zu können.
Eine Aktivierung zum Beispiel der Sitzbeinhöcker, wodurch Länge im Körper entsteht, erzeugt eine Leichtigkeit, die wichtig für eine freie, entspannte Bewegung ist.
Für die Schulung von Körpersinn, Umgebungssinn oder auch Erkenntnissinn können viele Hilfsmittel wie Sprungseil oder Bälle eingesetzt werden.
Eine Verbalisierung dessen, was man als nächstes tun möchte, schärft das Bewusstsein darüber und prägt dadurch auch die Persönlichkeit.
Die Aufgaben wurden von Aleandro Di Frisco und Jolina Thumm sowie der Solistin Mila Dreiser hervorragend gezeigt.
Latein - Florencio Garcia Lopez
Die abschließende Lecture gab an diesem Tag Florencio Garcia Lopez.
Er verglich den tanzenden Menschen mit einer Wasserfontäne. Die größte Energie entspringt am Boden und nach oben hin wird es immer leichter. Die Aufgabe für Nele Knieling und Jonathan Knorr und Solistin Melia Garcia Lopez war es, mechanische Abläufe für das Tanzen zu nutzen. Verbindungen von Armen zu Körper und zu Beinen wurde hergestellt und mit Balance kombiniert. Aus einem mechanischen Ablauf entstand so wie beiläufig ein Rumba-Gehschritt.
“Die Mechanik muss im kompletten Körper aktiviert und fortgeführt werden, damit die Koordination flüssig funktioniert und eine tänzerische Bewegung erreicht wird.”
Tag 2
Überfachlich - Peter E. Brandt
Ganz traditionell begann der zweite Tag mit Peter E. Brandt und einer Rhetorik-Einheit. Auch hier wurde auf das Thema Persönlichkeit eingegangen. Wir erfuhren, dass es bereits 400 Jahre vor Christus Influencer gab. Für Peter Brandt war Aristoteles nämlich ein solcher. Laut Aristoteles ist das, was wir benötigen, um andere für uns zu gewinnen, Logos (eine gute Argumentation), Pathos (Emotionen zeigen und in anderen wachrufen) und Ethos (Glaubwürdigkeit der Person). Die ersten beiden Begriffe gehören zum Bereich der Rhetorik, der letzte in den Bereich der Persönlichkeit. Die Persönlichkeit bildet das Fundament, entstanden durch unsere Erziehung, Erfahrungen, Biografie. Mittels Rhetorik kann die Persönlichkeit nach außen transportiert werden.
Auch Cicero gab mit den Begriffen delectare (erfreuen), docere (lehren, informieren), movere (bewegen, Emotionen) Rednern hilfreiche Anleitungen.
Sehr unterhaltsam vermittelte Peter Brandt, auf was man in der Rhetorik achten sollte. Was ist angemessen in Bezug auf Zielgruppe, Thema und sich selbst gegenüber. Sind diese Punkte ausgewogen zueinander und passt die Situation dazu, ist der Redner erfolgreich und kommt authentisch rüber.
Nicht Absicht, sondern Wirkung entscheidet! Und die Wirkung ist auch in der Rhetorik im Rahmen der eigenen Persönlichkeit mit dem richtigen Werkzeug beeinflussbar und veränderbar.
„Körpersprache beeinflusst das Lebensgefühl.“
Standard - Fred Jörgens
Im fachlichen Teil begann der Samstag mit Standard. Fred Jörgens nahm den Tango, um das Thema „Personality is the key“ zu behandeln.
Er stellte zu Beginn fest, dass es heutzutage viel weniger Persönlichkeiten im Tanzsport gibt als früher. Viele Paare wollen schnell Erfolg und geben sich nicht mehr die Zeit sich zu entwickeln. Hinzu kommt, dass Social Media dazu verleitet, andere zu kopieren und sehr viele Paare in kurzer Zeit zu viele Turniere tanzen und weniger Zeit für das Training aufwenden.
Auch Trainer und Wertungsrichter haben Einfluss auf die Entwicklung. Wir sollten immer die Geschichte des Tanzes und der Figuren kennen, sowie die Charakteristik und Qualität im Blick behalten und dabei den Paare Zeit für Ihre Entwicklung geben.
Um die Persönlichkeit zur Geltung zu bringen, ist unter anderem die Körpersprache sehr wichtig. Ein guter Körperaufbau, eine gute Verbindung von Ober- und Unterkörper mit Druck zum Boden und Bewegungen, als würde man mit Widerständen arbeiten gehören hier dazu.
Dazu kommen Gestik – Standardtanzen ist flexibel und beweglich -, Mimik – diese muss ehrlich sein und von innen kommen – sowie verbaler Ausdruck. Wobei der verbale Ausdruck größtenteils im Training benutzt wird, um das eigene Tanzen zu „vertonen“.
Die TBW-Top-Paare Vladyslav Tsykhanovskyi / Veronika Tsikhanovska, Erik Dabergott / Nicole Geller und Ruslan Fesenko / Dzhulieta Petrosian zeigten zu jedem dieser Punkte eine eigene Version. Es wurden Arme geschwungen, Mimik verändert oder auch die Choreografie „gesungen“. Dabei hatten jeder Tänzer und jede Tänzerin eine eigene Art an die Ausführung heranzugehen – eben je nach Persönlichkeit.
Doch was prägt die Persönlichkeit?
Einerseits sind dies genetische Veranlagungen, das Umfeld und die Erfahrungen eines oder einer jeden Einzelnen, andererseits sind es auch erlernbare Dinge wie Selbstakzeptanz, Schwächen und Stärken erkennen und annehmen oder auch mit dem Feedback der Trainer umzugehen.
Ganz wichtig ist es, sich selbst zu erziehen; „Sei offen für alles, vertraue deinem Team, verlasse deine Komfortzone.“
Aber vor allem: „Sei immer physisch und psychisch vorbereitet! Egal ob für das Turnier oder das Training!“
Begrenzt in der Persönlichkeit wird man nur durch die Technik. Ein klares Haltungsbild ist wichtig. Hat jedoch jeder im Paar genügend Raum, kann sich auch die Persönlichkeit besser entfalten. „Space ist das Geheimnis für die Persönlichkeit.“
Hilfreich, um eine gute Ausgewogenheit dieser Punkte zu erreichen, ist es Mut zu Fehlern zu haben, auf die eigenen Stärken zu achten und eine Liebe zum Detail zu entwickeln.
Latein - Sergiu Luca
Frisch gestärkt ging es nach der Mittagspause in eine Latein-Lecture mit Sergiu Luca. Er besprach das Jahresthema anhand des ChaChaChas.
Auch hier erfuhren die Teilnehmer, dass es vor allem für die unteren Klassen wichtig ist, gute Grundlagen zu schaffen, Technik, Körperaufbau zu verbessern, bevor an der Präsenz und Persönlichkeit gearbeitet wird. „NICHT Fake it till you make it!“
Tänzer werden gut durch Technik und eine gute Bewegungsmechanik. Das ist die Grundlage.
Um die Menschen zu berühren, benötigt man Performance und Emotionen. „Ein Tanz ohne Ausdruck ist wie ein Kaffee ohne Koffein.“
Eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln ist ein ständiger Prozess, der Zeit und Mut benötigt.
Eine Schwierigkeit in unserem Sport ist es, ein gutes Gleichgewicht zwischen Spannung, Energie und dem Loslassen zu erlangen. Ist ein Paar in der Lage im richtigen Moment „loszulassen“, hat es die Möglichkeit, in Geschwindigkeit und Dynamik schneller zu reagieren, flexibler zu sein und die eigene Persönlichkeit auszuleben.
Der TBW ist in der glücklichen Lage einige hervorragende Lateinpaare in seinen Reihen zu haben und so konnte Sergiu durch die Demopaare einige schwierige Aufgaben präsentieren und leicht aussehen lassen.
Vladyslav Tsykhanovskyi / Veronika Tsikhanovska, Maximilian Bier / Nicole Sokolow, Andrei Petcu / Eveline Ishchenko, Vlad-Alexandru Visan / Khrystyna Shugurova bekamen Schlüsselworte aus dem Publikum zugerufen und haben dementsprechend eleganter, sportlicher, aggressiver, mit mehr Spaß oder anderen Stimmungen getanzt.
Sergiu ist der Meinung, dass Tanzen nicht nur Sport ist, sondern auch Kunst. Der Zuschauer möchte unterhalten werden und genießen. Hat der Tänzer / die Tänzerinnen eine klare Idee bzw. Vorstellung, von dem, was er oder sie zeigen möchte, kann eine eigene Geschichte auf die Fläche gezaubert werden. Jedes technische Element sollte mit einer bestimmten Stimmung gezeigt werden, aber im Endeffekt ist es die richtige Mischung aus Technik, Mechanik und Persönlichkeit, die das beste Ergebnis bringt.
Überfachlich - Petra Dres
Petra Dres informierte nach der Kaffeepause über umfangreiche Änderungen in der TSO.
Unter anderem wurde der bisherige Inhalt aus Anhang 8 in die eigentlichen Kapitel integriert.
Einige Themen bleiben allerdings im Anhang 8, wie z.B. Verzahnung Breitensport – Leistungssport, Equality-Tanzpaare bei DTV-Turnieren, Auflisten LE zum Lizenzerhalt oder auch Richtlinien für Breitensportwettbewerbe.
Mit Beispielen aus der Praxis erklärte Petra Dres Besonderheiten bei Turniermeldungen, Verdachtsmeldungen, Laufzettel, Meldung von Ergebnissen und vieles mehr.
Interessant waren auch die Themen, wie mit Disqualifikationen umgegangen wird oder was die Folgen für Paare bei unentschuldigtem Fehlen sind.
Und haben Sie gewusst, dass die Startgruppen „Unter 21“, „Senioren Gold“ und „Senioren Diamond“ zusätzliche Startgruppen sind, in welche kein Wechsel erfolgen kann? Paare, die die Alterskriterien hierfür erfüllen, können an Turnieren dieser Startgruppe zusätzlich zu denen ihrer eigenen Altersgruppe teilnehmen.
Die Teilnehmer folgten Petra Dres aufmerksam und stellten einige Fragen. Auch zum Thema Lizenzerhalt / Lizenzruhe / Lizenznutzung. Die Regeln hierfür sind jetzt im Abschnitt J4 vermerkt und wurden konkretisiert.
Gut zu wissen ist auch, dass alle durch Prüfung erworbenen Lizenzen bis zum Ende des darauffolgenden Kalenderjahres beantragt und ausgestellt werden müssen. Ansonsten verfallen sie.
Und für alle Lizenzinhaber gilt künftig: Sie brauchen eine DTV-ID! Denn das Thema Lehre wird in die ESV übernommen. Das Lizenbuch ist somit dort angelegt, analog zum Startbuch für Tänzerinnen und Tänzer.
Dies war nur ein kleiner Auszug der vielen von Petra dargestellten Änderungen. Wer sich genauer informieren möchte, wird gebeten, dies direkt mit Hilfe der TSO zu tun.
Standard - Tasja Schulz-Novoselov und Anatoliy Novoselov
Die letzte Lecture des Tages hielten Tasja Schulz-Novoselov und Anatoliy Novoselov.
Die beiden machten deutlich, dass ein korrekter, natürlicher Körperaufbau elementar ist für eine gute Präsenz. Die Präsenz ist gemeinsam mit Emotionen und Charisma die Grundlage für den Transport der Persönlichkeit nach außen.
Auch Tasja und Tolik war das Arbeiten mit Widerständen sehr wichtig.
Die Energie einer Vorwärtsbewegung beginnt beim Herrn in der Brustwirbelsäule, damit die Arme mitgehen und ein natürlicher Schwung entsteht. Bei der Dame liegt der Ursprung der Energie etwas tiefer, ungefähr auf Höhe der unteren Rippen. Sie steht immer etwas tiefer als der Herr, darum muss das Paarlevel immer wieder angepasst werden.
Das Paar sollte sich gemeinsam bewegen, gemeinsam schwingen, gemeinsam das Gewicht von Fuß zu Fuß bringen und durch den Fuß rollen.
Je mehr Erfahrung man hat, desto mehr Bewusstsein ist vorhanden für das Gefühl zum Boden und zur Schwerkraft und somit für die eigene Wirkung und Präsenz auf der Fläche. Dabei hilft die Stabilisationskraft, welche von unten nach oben wirkt. Die Schwerkraft dagegen wirkt von oben nach unten und wird bei der dritten Rippe gedeckelt. Wird beides gleichzeitig eingesetzt entsteht eine leichte Optik.
Wichtig ist es auch beim persönlichen Fokus immer den Bezug zur Choreografie zu behalten. Die Blickrichtung passt sich der Bewegung an, der Fokus bleibt also flexibel.
Knut und Iris Möller demonstrierten deutlich, was Tasja und Tolik erklärten und zeigten eindrucksvoll, dass auch Seniorenpaare erstklassige Leistungen auf die Fläche bringen.
Turnierleitung, Durchführung und Veränderungen im Wandel der Zeit
Personality is the key: Wirkungsvoll und glaubwürdig kommunizieren
In der modernen Arbeitswelt ist Fachkompetenz oft nur die halbe Miete. Wie wir Informationen vermitteln und als Persönlichkeit auftreten, entscheidet maßgeblich darüber, ob unsere Botschaft ankommt. Peter Brandt, Experte für Personalentwicklung und Rhetorik, zeigte auf, dass überzeugende Kommunikation nicht nur in der Arbeitswelt sondern auch für Turnierleitende und Beisitzende essentiell ist. Hierbei stellte Peter Brandt drei zentralen Säulen vor. diese drei Säulen sind der Inhalt, die Sprechweise und die Körpersprache.
1. Der Inhalt: Mehr als nur Fakten
Ein guter Vortrag folgt nicht nur einer logischen Struktur, sondern spricht den Zuhörer auf mehreren Ebenen an.
2. Die Sprechweise: Der Ton macht die Musik
Nicht nur was wir sagen, sondern wie wir es sagen, beeinflusst die Wahrnehmung von Kompetenz und Souveränität in der Wirkung der Turnierleitenden.
Tempo und Pausen: Eine bewusste Sprechpause wirkt oft stärker als viele Worte. Dynamik und Modulation in der Stimme verhindern Monotonie und halten die Aufmerksamkeit hoch.
Klarheit: Eine deutliche Artikulation ist Pflicht. Dialekte können charmant sein, sollten aber die Verständlichkeit niemals einschränken.
3. Körper und Mimik: Der Körper lügt nicht
Die nonverbale Kommunikation ist oft der ehrlichste Teil unserer Botschaft. Hier entscheidet sich, ob wir als authentisch wahrgenommen werden.
Präsenz: Körperhaltung und -Spannung signalisieren Einsatzbereitschaft. Bewegungen sollten dabei „rund“ statt „eckig“ oder abgehackt wirken.
Gesten: Vorsicht vor „Übersprungshandlungen“ wie Verlegenheitsgesten (z. B. Nesteln an der Kleidung). Diese untergraben die Souveränität.
Verbindung aufbauen: Blickkontakt ist das wichtigste Werkzeug, um eine Beziehung zum Publikum aufzubauen. Achten Sie zudem auf die Balance zwischen Nähe und Distanz.
Fazit:
Am Ende zählt nicht die bloße Absicht des Sprechers, sondern die Wirkung beim Empfänger. Eine erfolgreiche Turnierleitung bedeutet, bewusst an Wortwahl, Stimme und Auftreten zu arbeiten, um eine stimmige und glaubwürdige Einheit zu bilden.
Umfassende Neuerungen in der Turnier- und Sportordnung vorgestellt
Im Rahmen der diesjährigen Super Kombi in Enzklösterle wurden von Dominik Flaig, Lehrwart des TBW, zahlreiche Änderungen und Weiterentwicklungen der Turnier- und Sportordnung (TSO) vorgestellt.
Zentrale Schwerpunkte waren die Einarbeitung der Beschlüsse und Veröffentlichungen aus Anhang 8 der TSO, die Beschlüsse des SAS und der Sportkommission aus dem letzten Jahr und eine explizite Vertiefung der Kleiderordnung für die E, D, und C Klassen im DTV. Dabei wurden unter anderem die Umbenennung der Master-Klassen in Senioren sowie die Einführung neuer Startklassen behandelt. Neu in das Regelwerk aufgenommen wurden die Senioren IV Latein (D–S) sowie die Senioren V (D–A).
Weitere Neuerungen betreffen die Ergänzung des Pilotprojekts „Basic Kombi“ sowie die Einführung von Doppelstarts im Solo- und Synchron-Duo-Bereich. Auch strukturelle Anpassungen fanden Berücksichtigung, darunter die Änderung der Anzahl der Tänze- und der Schrittbegrenzungen in den Klassen D und C-Klassen.
Weiterhin wurde die Zulassung „Tanzende (d)“ im Paar- und Solobereich sowie die Einführung des Relative Judging Systems (RJS) im Bereich der Formationen behandelt.
Darüber hinaus wurden Ausnahmeregelungen für Nachmeldungen bei Meisterschaften und offenen Turnieren erläutert sowie die Kleiderordnung für Offizielle und Tanzende thematisiert. Weitere Themen waren veränderte Upload-Fristen für Turnierergebnisse, die Übersetzung der WDSF-Kleiderordnung sowie die Ergebnisermittlung bei errechneten Kombiturnieren.
Unter dem Motto „Vorbereitung ist die halbe Miete“ erhielten die Teilnehmenden praxisnahe Hinweise zur Turnierplanung und -Durchführung. Zum Abschluss wurden mögliche Fallstricke im Turnierablauf beleuchtet und wichtige Informationen aus dem Turnierkontrollwesen vermittelt.
Fazit: Trotz der Vielzahl an behandelten Themen empfanden alle Teilnehmenden den Lizenzerhaltslehrgang als kurzweilig, informativ und unterhaltsam.
Mehr Sicherheit und klare Verantwortung auf dem Turnier
Lecture von Benjamin und Valeska Exner sensibilisiert für den Umgang mit Grenzverletzungen und Gewalt
Im Rahmen einer praxisnahen Lecture vermittelten Benjamin und Valeska Exner, Beauftragte für personelle und interpersonelle Gewalt im TBW, wichtige Handlungskompetenzen für einen sicheren und respektvollen Turnierablauf. Ziel der Veranstaltung war es, Turnierleitungen und Verantwortliche darin zu stärken, in kritischen Situationen souverän, angemessen und verantwortungsbewusst zu handeln.
Anhand realistischer Praxisbeispiele zeigten die Referierenden auf, wie sich Sicherheit im Umgang mit herausfordernden oder konflikthaften Situationen entwickeln lässt. Dabei wurde deutlich: Prävention beginnt mit Aufmerksamkeit, klaren Zuständigkeiten und dem Wissen um die eigenen Handlungsmöglichkeiten.
Ein zentraler Schwerpunkt der Lecture lag auf der Verantwortung aller Beteiligten, insbesondere der Turnierleitung, für einen guten und sicheren Ablauf der Veranstaltung. Turniere sollen Orte sein, an denen sich Sportlerinnen und Sportler, Trainerinnen und Trainer, Eltern sowie Zuschauende gleichermaßen wohl und sicher fühlen. Dafür braucht es klare Haltung, Konsequenz und eine deutliche Kommunikation nach innen wie nach außen.
Ausführlich thematisiert wurde die Rolle der Turnierleitung (TL):
Was gehört zu ihren Aufgaben? Wo liegen ihre Befugnisse – und wo ihre Grenzen? Die Referierenden machten deutlich, dass eine klare Klärung von Zuständigkeiten entscheidend ist, um im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben. Fragen wie „Was darf ich? Was muss ich? Und was nicht?“ wurden konkret und praxisnah beantwortet.
Ein weiterer Schwerpunkt war das Erkennen von Grenzverletzungen und Gewalt sowie die Frage, wann und wie eingegriffen werden muss. Besonders hervorgehoben wurde, dass es keine „kleinen“ Fälle gibt, die ignoriert werden sollten. Gerade bei Gewalt gegen Kinder und Jugendliche besteht eine klare Verpflichtung zu handeln, um deren Schutz sicherzustellen. Wegsehen oder Zögern kann hier fatale Folgen haben.
Unmissverständlich machten Benjamin und Valeska Exner deutlich:
Gewalttätiges Verhalten jedweder Art wird auf Veranstaltungen nicht geduldet. Diese Haltung muss sichtbar gelebt und konsequent durchgesetzt werden – auch dann, wenn Eingreifen unangenehm erscheint oder Konflikte nach sich zieht.
Die Lecture verdeutlichte eindrucksvoll, dass Prävention, klare Strukturen und entschlossenes Handeln maßgeblich zu einem sicheren Sportumfeld beitragen. Mit ihrem Vortrag leisteten die beiden Beauftragten einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung und Stärkung aller, die Verantwortung auf Turnieren tragen.
Breitensport an der Superkombi 2026
Am Samstag, 11. April 2026, eröffneten Andreas Krug und seine Frau Martina Mroczek-Krug, die Fortbildung mit ansprechenden Bausteinen im Discofox-Bereich.
Beide leben ihren „Discofox“ seit Jahrzehnten und so können sie aus einem reichen Erfahrungsschatz den begeisterten Trainern*Innen immer wieder neue, interessante Impulse geben.
Längst geht es nicht nur um einen großen Pool an Figuren sondern viel mehr darum mit dem Partner im Paar eine in sich geschlossene Tanzbotschaft rüberzubringen und zu vertanzen.
Beginnend mit dem Herrenschal wurden so immer mehr Möglichkeiten unterrichtet und aufgezeigt, ebenso wie diverse Ausgänge. Immer vom Einfachen bis hin zum Anspruchsvollen……vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen. Wundervolle Aktionen, die seitens der Dame eingeleitet werden können….Lady Styling….dann dem Herrn die Führung zurückgeben. Heutzutage gerne unter Leader und Follower benannt.
Magic Moments, Illusionen die in einem Paartanzen sehr beeindruckend und berührend anmuten. Das Tanzen im Paar, mit einer Harmonie und nonverbalen Konversation, ist das Salz in der Suppe. Hinzu kommt die Möglichkeit, der besonderen Interpretation der jeweiligen Musik!
Auch kleine Posen können jederzeit eingebaut werden, entweder eingefordert von der Dame oder vom Herrn ausgelöst und geführt.
Nach 2 Stunden eifrigen Umsetzens vieler Möglichkeiten rund um das Thema „Schalvariationen“, waren sich alle Teilnehmer*Innen einig, wie viel Spaß und Freude es macht und wie zielführend es ist, diese kleinen Bausteine zu einem Gesamtmonument zusammenzufügen.
Nach der Mittagspause übernahm Bernd Junghans das Zepter und widmete sich dem Linedance. Christine Uhlemann, Lebensgefährtin und Assistentin, war stets präsent und bei den Paaren. Linedance gewinnt zunehmend an Interesse:
Man tanzt ihn allein, ohne Partner. Aktuelle Musik wird schnell umgesetzt in Choreographien und im Netz, in rasanter Schnelligkeit auf diversen Kanälen, verbreitet.
Cha Cha Cha und Wiener Walzer sind nicht nur Themen der Tanzschulen sondern auch ganz allgemein sehr gefragt in der Freizeitszene. So wurden auch hier ansprechende Figuren zu kleinen, interessanten Choreographien zusammengefügt und allen die Möglichkeit gegeben, damit zu experimentieren.
„Nichts ist in Stein gemeißelt!“ Macht etwas aus dem Material, dass ihr beherrscht und lasst es lebendig aussehen. Es sollte sichtbar sein, dass zwei Menschen zusammentanzen, ihre ganz eigene Paarharmonie haben und eben nicht nur Figurenmaterial aneinanderfügen und abtanzen. Ersteres ist das Salz in der tänzerischen Suppe.
Zum Schluss folgte noch eine Einheit mit dem Wiener Walzer im American Smooth Bereich, dem Gesellschaftstanz in den USA.
Dieser Tanzstil beinhalted ein freieres Tanzen in einer entsprechenden Haltung. Freie Drehungen, kleine Posen, Promenaden und Gegenpromenaden, Wiegen u.v.m.
Natürlich ist beim American Smooth ein regelmäßiges Training sinnvoll, macht sehr viel Spaß und Freude und sieht ansprechend aus.
Auch in dieser Lecture interessanter Input um das eigene Tanzen zu verbessern, neue Impulse zu setzen und viele Ideen für den eigen Unterricht mitzunehmen.
Sonntagvormittag, zur Tradition geworden, Anita Pocz und das Kindertanzen!
Immer wieder fragen wir uns alle, wo Anitas unzählige Ideen zu ihren Choreographien entstehen…..beim Autofahren kommen ihr oft diverse Ideen….Beeindruckend.
So haben wir in unserer keinen Gruppe alle Reserven mobilisiert, um ihrer Geschwindigkeit beim Unterrichten, folgen zu können. Natürlich möchte uns Anita viele Möglichkeiten mit auf den Weg geben, einleuchtend, wir waren auch richtig gut!
So haben wir auf „Oh mein Gott“ eine prima Choreo getanzt. „Clap, Snap“ und ein sehr ansprechender „Westerntanz“ waren ebenso im Repertoire. Last but not least: „Fast Cars & Super Stars“. Wir haben viel gelacht, hatten jede Menge Spaß und haben uns stets gefragt: „Wie war jetzt noch mal der Anfang?“ In meinem Alter ein großer Trost, wenn die Jugend diese Frage stellt!
Wir haben allein getanzt, in Gegenüberstellung mit Partner, in verschiedenen Reihen, im Kreis und natürlich kann man auch noch zeitversetzt starten. Also alles, was das tänzerische Herz erfreut……sollte als Input zielführend für die nächsten Unterrichtseinheiten im heimischen Club sein.
Zum Schluss folgte noch die DTSA-Pflichtschulung mit Bernd Junghans und Maritta Böhme. Nach einem kurzen Rückblick über das erfolgreiche Jahr 2025 referierte Bernd Junghans über das „Solotanzen“ das an Bedeutung zunimmt. Ebenso wie die Abnahmen im Linedance Bereich.
Praktisch umgesetzt von allen wurde „Jazz it up“ ein Linedance vom Januar 2026 mit einer sehr ansprechenden Musik. Bernd erläuterte die einzelnen Figurenelemente an Hand der Namen im Step Sheet, damit man als Trainer*In auch das Handwerkszeug hat, diese zu verstehen und tänzerisch umzusetzen.
Alles in allem wieder eine sehr gelungene Fortbildung im Breitensportbereich mit hochkarätigen Referenten*Innen! Ich bin sehr stolz und dankbar, all diese Menschen seit sehr vielen Jahren, für meine Trainer*Innen im Breitensport begeistern zu können. Diese Konstanz in meinem Referentenpool ist besonders und bei Weitem nicht selbstverständlich! Ganz herzlichen Dank an Euch alle. Schön, dass es Euch für uns alle gibt!
Maritta Böhme
Breitensportwartin und DTSA-Beauftragte des TBW
Tag 3
Standard - Fred Jörgens
Zum Genuss der Teilnehmer ließ Fred Jörgend die drei Demopaare zuerst einmal je einen Langsamen Walzer tanzen.
Danach war es schon vorbei mit dem Genießen. Denn das Publikum bekam die Aufgabe, den Takt des Langsamen Walzers zu singen. Einzelne Silben wurden an Gruppen verteilt, so dass am Ende ein orchestrales „ti-dong-da-da“ in Endlosschleife herauskam, auf welches sich die Paare bewegen mussten. Selbstverständlich musste das „Orchester“ auch die richtige Tonhöhe treffen, da die Paare eine dementsprechende Aufwärts- oder Abwärtsbewegung umsetzen sollten.
Auch im langsamen Walzer wurden die am vorigen Tag erwähnten Punkte besprochen.
Bei sehr langsamer Musik waren in einer kurzen Basicfolge die Kontrolle über dem Fuß und das Arbeiten über die Innenkante mit Einsatz der Adduktoren gefragt. Also technische Höchstschwierigkeit.
Die Arme wurden in großer, den Raum füllender Gestik wie ein Zirkel um den Tänzer / die Tänzerin geführt. „Arme holen den Raum.“
Für die zum Walzer passende Mimik wurden Bilder formuliert: „Du bist ein Schmetterling auf der Sommerwiese.“
Im Folgenden kam Fred zur Atmung, welche im Langsamen Walzer sehr hilfreich sein kann. Bei 4-5 einatmen, von der 6 zu 1-2-3 ausatmen.
Besonderes Augenmerk wurde auf das Thema Space gelegt.
Die Dame hat ein Recht auf Raum. Im Optimalfall haben wir eine gute Dame und einen Herrn, der seiner Dame vertraut. Um der Dame Raum zu geben, muss beim Aufstellen Platz zwischen seinen und ihren Füßen bleiben – ungefähr eine Smartphone-Länge Abstand. Auf diese Weise hat die Dame in der Haltung mehr Raum.
Die linke Hand der Dame soll eher auf der Innenseite des Herrenarms angelegt werden. So bekommt das Paar eine bessere Verbindung zueinander. Die Energie des Körpers muss beim Aufstellen in die gefassten Hände fließen.
Nach dem Langsamen Walzer durfte sich Fred Jörgens endlich seinem Lieblingstanz widmen, dem Slow Foxtrott. Dieser Tanz hat keine Stopps. Wie die Musik, muss auch das Tanzen immer fließend sein. Wir tanzen vom Quick zum Slow und erlauben dabei dem Spielbein frei zu schwingen.
„Wer vorwärts geht, gibt das Körpergewicht, wer rückwärts geht, absorbiert das Körpergewicht.“
Beim Slow Foxtrott ist Fred die schöne und bewusste Füßführung besonders wichtig.
Die letzten acht Minuten der Lecture waren ganz den Paaren gewidmet. Die Zuschauer durften jedes Paar in einem Slow Foxtrott sehen. Durch die Auswahl von sehr gefühlvoller Musik konnten die Paare ihre Persönlichkeit noch einmal voll entfalten.
Überfachlich - Anna Kolb-Kubis
Anna Kolb-Kubis sprach im überfachlichen Teil über Füße.
Gesundheitliche Probleme sind in unserem Sport leider vor allem in den Füßen sehr präsent.
Ein starker kontrollierter Fuß ist kein ästhetisches Extra sondern die Grundlagen für ein starkes, stabiles Tanzen. Funktioniert der Fuß nicht, kann ein komplettes Gangbild verändert werden und weitere Probleme im Körper hervorrufen.
Der natürliche Gang über Ferse – Außenkante – Innenkante wurde mit allen Teilnehmern geübt.
Gut zu wissen: Das obere Sprunggelenk ist für die Abrollbewegung im Fuß zuständig.
Mit Stabilitätsübungen, z.B. auf einem instabilen Untergrund mittels Einbeinstand und gleichzeitigem Pendeln des freien Beines, kann Sprunggelenksverletzungen vorgebeugt werden.
Ein sehr gutes Training für die Füße ist Barfußlaufen. Dies könnte als Einstieg ins Training gemacht werden. Die Feinmotorik und auch das Gefühl für den Boden wird dadurch verbessert.
Mithilfe eines Korkens, den jede(r) Teilnehmende mitbringen sollte, wurde die Feinmotorik im Fuß trainiert. Mit dem Großzeh und dem danebenliegenden musste der Korken aufgehoben werden. Auch mit dem kleinen und dessen benachbarten Zeh wurde dies ausprobiert.
Bemerkt man beginnende Probleme mit dem Großzehengrundgelenk, kann im Anfangsstadium mit einem Silikon-Abstandshalter und durch Übungen mit Elastikbändern am großen Zeh den Problemen entgegengewirkt werden.
Das Ausrollen der Fußsohle über einen Faszienball, Tennisball oder Korken verbessert auch das Balancegefühl!
Anna bat dringend darum, öfters mal im Training die Schuhe auszuziehen. Barfuß gehen und tanzen verbessert die Muskulatur!
Fußgymnastik im Allgemeinen trainiert Feinmotorik, Kopf-Fuß-Motorik wird verbessert. Gut trainierte Füße ermöglichen zusätzlich die Verbesserung der Reaktionsfähigkeit und -geschwindigkeit über die neu geschaffene neuronale Verbindung. Veränderte Untergründe und das Trainieren der Choreografien ohne Schuhe erhöht die Neuroplastizität des Trainings. Gut trainierte Füße=gute Fußarbeit und weniger Verletzungsanfälligkeit. Wenn keine Verletzungen vorliegen, kann auch das Thema „Personality is the key“ umgesetzt werden, da Schmerz das Ausleben der eigenen Persönlichkeit im Tanzen verhindert, weil das Gehirn mit Schmerzvermeidung und Ausweichbewegungen beschäftigt ist.
Latein - Florencio Garcia Lopez
Die abschließende Lecture an diesem Wochenende gestaltete Florencio Garcia Lopez. Zu Beginn dieser letzten 90 Minuten durfte jedes der vier Demo-Paare erst einmal ihre Samba zeigen. Alleine dafür hätte es sich schon gelohnt, bis zum Ende der Veranstaltung in der Halle zu bleiben. Doch es wurde noch viel interessanter.
Wir sprechen immer darüber, was der Körper und die Füße tun, dabei wird öfters vergessen, wie das was wir tun, zustande kommt...
Die Herren der vier Paare bekamen die Aufgabe sich aufrecht auf einen Stuhl zu setzen und in dieser aufrechten Position Samba zu tanzen. Das Tanzen war somit limitiert auf den Oberkörper. In dieser Position sahen die vier noch sehr tänzerisch und imposant aus. Schwierig wurde es dann, als die vier ihre Füße anheben, dabei aufrecht sitzen und sich tänzerisch bewegen mussten. Danach sahen die Herren viel besser verbunden aus.
Dies zeigt, dass der Körper in der Bewegung das Wichtigste ist. „Das Gehirn spricht mit den Muskeln.“ Die Emotionen zeigen sich im Körper, wie beim morgendlichen Strecken nach dem Aufwachen.
Die Persönlichkeit des Paares ist bei jedem Paar anders. Innerhalb eines Paares hat auch noch jeder / jede einzelne eine eigene Persönlichkeit. Diese müssen mit der Musik in Einklang gebracht werden.
Samba ist technisch der schwierigste Tanz. Werden die Rhythmen verändert, verändert sich auch die Platzierung der Füße. Das Setzen muss exakt auf den richtigen Zeitpunkt erfolgen. Bei der Vielseitigkeit der Rhythmen in der Samba ist schon alleine dies sehr anspruchsvoll. Hilfreich dabei ist eine gute Balance. Wurde verstanden, zu welchem Zeitpunkt man über dem Fuß balanciert ankommen muss, kann die damit gewonnene Zeit für Körperbewegung und im Übergang zum nächsten Schritt zur Erzeugung von Geschwindigkeit genutzt werden.
In Verbindung mit der richtigen Technik erhält man dazu ein stimmiges Gesamtbild. Durch eine korrekte Standbeinaktion wird die nächste Richtung angegeben. Dadurch wird das Tanzen klarer und rhythmischer.
Der Körper kreiert die Balance und ist frei. Hierfür wurde die Mechanik-Übung vom Freitag noch einmal aufgegriffen. Wäre der Körper fest, könnte keine Balance erreicht werden. Die dynamische Balance läuft immer über eine statische Balance!
Die korrekte Balance hilft auch bei komplexen Figuren wie einem Zick-Zack. Anstatt die Damen „anzuschieben“, müssen die Herren Ihre eigene Balance finden und der Dame die Zeit geben, ihre Drehungen und Schritte selbst auszuführen.
Auch zum Schluss dieser Einheit durften die Paare ihr Können zeigen und begeisterten mit ihren Samba-Choreografien. Schön zu sehen, mit welcher Begeisterung die Paare diesen schönen Sport ausüben und wie sie ihre Persönlichkeit auf die Fläche bringen.
Verabschiedung
Das Wochenende war im Nu vorbei. 3 Tage voller Informationen, Begeisterung, Emotionen und Persönlichkeiten.
Bernd Roßnagel und Wilfried Scheible verabschiedeten die Anwesenden. Herzlichen Dank an alle Referenten, Tänzer, Tänzerinnen und alle Mitwirkende in der Organisation und im Hintergrund. Es war, wie immer eine absolut gelungene Veranstaltung!
Wir freuen uns auf das nächste Jahr, wenn es heißt “Willkommen zur 39. Superkombi in Enzklösterle”.